Menu

Eine Frage der Loyalität

  • Artikel bewerten
    (0 Stimmen)
  • Freigegeben in Interview
  • Gelesen 23376 mal
Eine Frage der Loyalität Kurhaus Lambertz Aachen

Im sechsten Teil unserer Interviewserie sprachen wir mit dem Teamchef des TK Kurhaus Lambertz Aachen, Alexander Legsding, welche Rolle heute noch Vereinstreue hat. Vor allem der Abgang von Florian Mayer hat den Funktionär persönlich enttäuscht.

 

Herr Legsding, gleich zum Start gibt es das Derby gegen Blau-Weiß? Hat dies Spiel schon eine besondere Brisanz?

Legsding: Darauf fiebern alle euphorisch schon hin. Das war letztes Jahr eine Spitzenshow. Dort hat Blau-Weiß gezeigt, das sie zu Recht in die Liga gehören. Am 14. Juli folgt das Heimspiel gegen Rot-Weiß Köln, die vielleicht mit ihren Topleuten Fognini und Brown antreten. Dieses Spiel sollte sich keiner entgehen lassen. Danach folgen die schweren Spiele in Halle und zuhause gegen den starken Aufsteiger aus Weinheim. Man muss den Saisonstart abwarten, bevor man weiß, wo man wirklich steht. 
Wie schwer wiegen die Abgänge von Mayer und Bedene?

Legsding: Von Florian Mayer bin ich persönlich enttäuscht. Ich hatte mit ihm noch telefoniert und ihm eine Lösung für diese Saison gesucht. Letztes Jahr wollte er viele Spiele für uns machen, da er Angst vor dem Karriereende hatte. Dann kam der gute Turnierverlauf bei ihm, unter anderem in Stuttgart. Da er dann mehr Turniere machte, fehlte er öfters in der Liga. In diesem Jahr kam dann die überraschende Ummeldung nach München (TC Großhesselohe). Ihm waren am Ende angeblich die Reisestrapazen zu groß. Am Ende hat wohl auch das Geld entschieden.

Da Fallen einem die parallelen zum Wechsel von Philipp Kohlschreiber ein!

Legsding: Ähnlich war es ja auch mit Philip Kohlschreiber. Unser Budget hat es leider nicht mehr hergegeben. Kohlschreiber hat hier richtig gutes Geld bekommen. Da wechselt man nicht einfach den Club, wenn es finanziell etwas schwieriger wird.  Auch Steve Darcis hat nicht gleich zugesagt und im ersten Spiel nicht gespielt. Gegen Gladbach konnte er nicht dabei sein, weil er ein Challenger spielte und gewann. Da steht die Bundesliga hinten an. Am Ende hat er letzte Saison trotz Vertrag kein Spiel für uns bestritten. Er ist uns aber sehr verbunden und wir konnten uns auf einen fairen Preis einigen. Diese Fälle gibt es zum Glück auch. Viele unserer Spieler sind super loyal, wie zum Beispiel Philipp Petzschner.

In der Kaderplanung hat sich durch die Abgänge von Bedene und Mayer einiges getan.

Legsding: Wir haben die Chance genutzt den Kader zu verjüngen. Im ersten Schritt haben wir Cedrik Marcel Stebe zurückgeholt. Nach seiner Verletzung (Anm. Red. Steißbeinverletzung sowie Rückenverletzung) hat er sich in der Weltrangliste wieder hoch gearbeitet. Er hat das Potenzial Top-100-Spieler zu schlagen. Mit Lukasz Kubot haben wir einen weiteren guten Spieler gewinnen können. Er hat im Doppel bereits die Masters in Madrid und Miami gewonnen. Er wird das Team punktuell verstärken können. Außerdem wurde auf Hinweis unseres Trainers (Dominik Meffert - Anm. Red.)  Norbert Gombos verpflichtet. Am Ende stehen drei Neuzugänge, aber vier Abgänge. Besonders freuen wir uns auf Bautista. Er wollte unbedingt Bundesliga spielen. Er hat so einen Spaß daran. Das hat mich riesig gefreut. Er will unbedingt auf der Liste bleiben. Geld kann hier kein Grund sein.

Was macht für Sie in diesem Jahr den besonderen Reiz der Liga aus?

Legsding: Hier kann Weltklasse aus zwei Meter Entfernung sehen. Das ist das tolle der Bundesliga. Das wäre auf einem großen Turnier nicht möglich. Die Ballkinder sind richtig heiß und fragen, ob sie wieder mitmachen können. Im Mai hatten wir schon viele Anfragen. Die freuen sich auf Unterschriften und Gespräche mit den Spielern. Das ist immer ein Highlight für die Kinder. Viele von ihnen sind so begeistert, die reißen einem das Clubmagazin aus der Hand und interessieren sich sehr für die Bundesliga und den Tennissport.

Welche Saisonziele haben Sie sich gesteckt?
Legsding: Unser Ziel ist ein guter Platz im Mittelfeld. Wenn mehr daraus kommt, freuen wir uns. Die Zielstellung ist auf keinen Fall die Meisterschaft. Budgettechnisch sind unsere Möglichkeiten andere als damals. Wir setzen auf unsere Deutschen Spieler. Maximilian Marterer ist hier vor allem zu nennen. Er steht  kurz vor den Top100. Aber auch Matthias Bachinger und Philipp Petzschner konnten schon gute Ergebnisse in diesem Jahr erzielen. Bei unseren Top4 haben wir mit Bautista, Cuevas, Darcis und Schwartzmann starke Spieler im Kader. Allein Darcis hat ja Deutschland im Davis Cup (1. Runde Deutschland gegen Belgien, Anm. Red.) fast allein geschlagen. Insgesamt sind wir gut aufgestellt.

Wer sind ihre Favoriten auf den Titel?

Legsding: Gladbach, Krefeld, GW Mannheim. Auch Halle hat Chancen dabei zu sein. Ob es uns gelingt, bleibt abzuwarten.

 

Morgen sind wir dann in Feierlaune mit dem TC Blau-Weiss Halle. Der Club feiert gleich zwei Jubiläen in diesem Jahr. Doch vom Thema Meisterdruck will Teamchef Thorsten Liebich nichts wissen. Warum dies so ist, erfahren sie morgen.

Letzte Änderung amDonnerstag, 29 Juni 2017 06:17

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Nach oben

Tennis-Reisen

Login or Register

Davis Property Management