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Mein Freund ist Flüchtling Empfehlung

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Mein Freund ist Flüchtling Rainer Sturm/pixelio.de

Im Rahmen unseres großen Artikel "Mein Freund ist Flüchtling" in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Tennis Zeitung (12/17) präsentieren wir Ihnen einen detailierten Bericht, welcher uns zugesendet wurde, über die Hilfsaktion des TC Weissach-Flacht, der es aus Platzgründen nicht in die Ausgabe geschafft hat. Ende 2015 organisierte der Tennisclub zusammen mit der Hilfsorganisation Forum Asyl eine umfassende Hilfsmaßnahme. Aufgrund der Angst vor Übergriffen, bat uns der Organisator sowie der Club keinerlei Namen oder Bilder zu veröffentlichen.

In Weissach wurden im Dezember 2015 / Januar 2016 circa 100 Flüchtlinge in der Sporthalle einquartiert. Vom Forum Asyl Weissach wurde sofort eine Betreuung in diversen Formen, zum Beispiel Kleiderspenden, Hilfe im Zurechtfinden vor Ort usw., aufgenommen. In diesem Zusammenhang wurden auch Deutsch-Kurse für Flüchtlinge angeboten. Meine Frau hat dabei einen Deutsch-Kurs übernommen. Auf diese Weise habe ich diese Teilnehmer und deren Familien kennen gelernt. Gleichzeitig machte sich der Vorstand des TC Weissach Gedanken, ob man nicht freie Hallenkapazitäten zur Verfügung stellen könnte. Daraufhin habe ich mit zwei weiteren Hobby-Tenniskameraden begonnen, jeweils montags von ca. 13 bis 15 Uhr für bis zu acht Flüchtlinge Tennis in der Halle anzubieten. Probleme wie Bekleidung, Tennis-Schläger (großzügige Spenden der Tennis Mitglieder und der Einwohnerschaft) und Fahrt vom Camp zur Halle wurden gelöst.

Die Reaktion im Verein war zunächst sehr gespalten von großer Zustimmung bis harter Ablehnung. Viele Bedenken wie Versicherungsschutz konnten ausgeräumt werden. Die Bedenken hauptsächlich von Müttern mit weiblichen Jugendlichen in der Pubertät konnten zu diesem Zeitpunkt nicht vollständig ausgeräumt werden. In der Mitgliederversammlung ging es zu diesem Punkt sehr kontrovers zu. Der Widerstand ließ erst nach, nachdem wir einige Wochen in der Halle Tennis gespielt hatten und keine negativen Vorkommnisse zu verzeichnen waren und insbesondere, als wir im April zusammen mit Flüchtlingen einen Arbeitseinsatz auf der Anlage durchführten (Weg herrichten, Dachpappe auf Laube aufbringen). Es sprach sich herum, dass die hiesigen Flüchtlinge „nette Kerle“ sind und wohl keine Gefahr darstellen.

Ab Mai führten wir die Aktion auf dem Freigelände fort. Das Problem der Beförderung, die Sporthalle bis Tennisgelände sind circa vier Kilometer entfernt, mit Privatwagen verblieb zunächst und konnte erst ab Juni mit einsetzendem besserem Wetter entschärft werden, als die Flüchtlinge mit eigenen Fahrrädern, gespendet aus der Fahrrad-Werkstatt vom Forum Asyl Weissach, zur Anlage fuhren. Der Teilnehmerkreis veränderte sich in der Form, dass einige Flüchtlinge verlegt wurden, in Sprachkursen Deutsch lernten bzw. erste Arbeitsaufnahmen stattfanden. Deren Platz nahmen nun Kinder und Jugendliche der Flüchtlinge ein. Im Sommer war dann der Teilnehmerkreis nahezu vollständig in Richtung Jugend verändert. Und auch bei den Jugendlichen machte die Integration deutliche Fortschritte, in dem diese in Kindergärten und Schulen ihren Platz fanden.

In diesem Sinn haben wir gegen Auslauf der Sommer Saison die Aktion „Tennis für Flüchtlinge“ auslaufen lassen, da nun die Jugendlichen ihren Platz in Kindergärten, Schulen und die Erwachsenen in Deutschkursen oder Betrieben gefunden hatten. Dort sind alle neuen Herausforderungen ausgesetzt. Diese lassen ihnen weniger Zeit für Tennis, wobei diese die Gelegenheit hatten, diesen tollen Sport kennen zu lernen und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere nachdem er sich in unser Arbeitsleben integriert hat, sich an das Tennis spielen zurück erinnern wird und eine Wiederaufnahme wahrscheinlich erscheinen läßt.

 

Weitere Berichte von den Erlebnissen anderer Clubs lesen Sie in der aktuellen DTZ-Ausgabe. Haben Sie ähnliche Erfahrungen im Verein gemacht? Was gab es für Probleme? Woran ist Ihr Projekt vielleicht gescheitert? Schreiben Sie uns eine Mail an die Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir freuen uns auf ihre Reaktionen.

 

 

 

 

Letzte Änderung amDienstag, 12 Dezember 2017 07:47

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