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Neue Davis Cup-Reform beschlossen Empfehlung

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Neue Davis Cup-Reform beschlossen Zimmer

Mit einer großen Mehrheit haben die ITF-Deligierten für die umstrittene Davis Cup Reform gestimmt. Vor allem der Deutsche Tennis Bund hatte sich bis zuletzt gegen den Beschluss gewehrt.

Bei der Generalversammlung des Tennis-Weltverbandes ITF in Orlando haben sich 71,4 Prozent der Verbandsvertreter der 147 anwesenden Mitgliedsnationen für die Davis-Cup-Reform von ITF-Präsident David Haggerty. Der Deutsche Tennis Bund sowie Tennisverbände sowie die nationalen Verbände aus Australien und Großbritannien hatten sich deutlich gegen eine Reform des seit 118 Jahren ausgetragen Wettbewerbs ausgesprochen. „Für uns ist das Ergebnis eine herbe Enttäuschung, die uns erst einmal fassungslos macht. Wir sind bis zum Schluss davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Mitgliedsnationen vernünftig und mit Bedacht abstimmen würde. Wir haben stets betont, dass wir gewisse Anpassungen im Davis Cup für notwendig erachten – aber keine Reform, die den etablierten Wettbewerb abschafft“, sagt Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennis Bundes, der in Orlando für den deutschen Dachverband gegen die Reform stimmte.

Das nun beschlossene neue Format, das bereits ab 2019 ausgetragen wird, sieht eine Qualifikationswoche im Februar mit Heim- und Auswärtsspielen sowie eine Endrunde für die besten 18 Teams an einem neutralen Ort vor – im Anschluss an die ATP World Tour Finals im November. Die ITF verspricht Einnahmen in Milliardenhöhe durch die Investmentgruppe Kosmos, mit dem spanischen Fußballstar Gerard Piqué an der Spitze – angeblich drei Milliarden Dollar in den nächsten 25 Jahren. Konkrete Zahlen und transparente Hintergründe zu der geplanten Finanzierung wurden im Vorfeld der Abstimmung nicht veröffentlicht. „Diese Entscheidung bedeutet, dass man möglicherweise über Jahre hinweg kein Heimspiel mehr austragen wird. Heim- und Auswärtsspiele abzuschaffen und den Davis Cup derart in seinen Grundfesten zu verändern, ist ein falscher und viel zu radikaler Ansatz. Auch die fehlende Transparenz und das undurchsichtige Vorgehen des Weltverbandes kritisieren wir scharf“, sagt Klaus. Der 68-Jährige weiter: „Der Davis Cup wird sich durch das neue Format bedauerlicherweise von den Tennisfans entfernen. Wir haben immer betont, dass dies nicht passieren darf – auch dann nicht, wenn gleichzeitig mit großen Geldbeträgen gelockt wird.

Leider wurde in Orlando fast ausschließlich über Geld und kaum über den Sport diskutiert.“ Klaus trat in den vergangenen Monaten regelmäßig als einer der internationalen Wortführer für den Erhalt des etablierten Formates mit Heim- und Auswärtsspielen auf. Auch der deutsche Davis Cup-Kapitän Michael Kohlmann bedauert das Ergebnis. „Die geplante Reform zerstört die lange Tradition eines der wichtigsten Wettbewerbe im Welttennis unwiderruflich. Für Spieler und Betreuer sind Heim- und Auswärtsspiele die wesentlichen Faktoren, die den Davis Cup besonders machen. Die eigene Nation in einem Heimspiel zu vertreten, vor tausenden begeisterten Fans, gehört für jeden Profi zu den Karriere-Highlights. Es ist für uns schwer vorstellbar, dass dieser Charakter mit dem neuen Format erhalten bleibt.“ Ergänzend kritisiert Kohlmann auch den Zeitpunkt der Finalrunde am Ende der Saison: „Pause und Saisonvorbereitung werden durch den Termin weiter verkürzt. Für die Spieler steigt dadurch auch die Gefahr von Verletzungen und Ausfallzeiten.“ Neben diversen großen Verbänden kritisieren auch die Spielergewerkschaft ATP sowie eine Vielzahl an Profis die Reform-Pläne. Über das weitere Vorgehen und die Umsetzung der Reformpläne hat die ITF bislang nicht informiert.

Auch Ex-Davis-Cup-Spieler Michael Stich zeigte sich von der Entscheidung vor den Kopf gestoßen: „Es ist traurig, dass eine Gruppe von Funktionären die Tradition des Davis Cups beerdigt. Den Davis Cup wird es in der Form, wie wir sie kennen, nun nie wieder geben, und 118 Jahre werden der Geldgier von Personen geopfert, die kein Respekt vor Historie und Traditionen haben. Leider haben es ATP und ITF nicht geschafft, im Sinne des Sports gemeinsam etwas zu entwickeln. Alle Beteiligten müssen sich hinterfragen, ob es um persönliche Eitelkeiten geht oder um den Sport. Ich bin sehr gespannt, ob die Spieler, die sich für die Reform ausgesprochen haben, nun auch an dem neuen Format teilnehmen werden. Sie müssen sich daran messen lassen, dass sie mit dazu beigetragen haben, den Davis Cup abzuschaffen. Für mich und für alle, die den Tennissport lieben, ist es ein sehr trauriger Tag. Alle sollten sich bewusst sein, dass es der Davis Cup ist, der Spieler groß macht. Kein Spieler ist größer als der Davis Cup, denn es geht um die Nationalmannschaften der Länder und nicht um Individualisten. Dies scheint ein kleiner, aber wichtiger Teil der heutigen Generation vergessen zu haben. Ich persönlich bin dem Davis Cup dankbar für all die unvergesslichen Momente, die er mir gegeben hat und bin sehr stolz, dass ich Teil seiner Geschichte sein durfte.“

 

Quelle: DTB/Krüger [Management/PR]

 

 

 

 

 

Letzte Änderung amFreitag, 17 August 2018 12:17

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