Menu

Punkteteilung im Spitzenspiel - Die Highlights des 3. Bundesliga-Spieltags

Wir zeigen in Kooperation mit Sportdeutschland.tv die Tennis-Point-Bundesliga live. Per Livestream werden fast alle Spiele der Liga übertragen. Zudem gibt es Zusammenfassungen der Partien. Heute ab 10 Uhr mit den Spielen: Badwerk Gladbacher HTC vs. fläsh TC Weinheim 1902,  Allpresan Rochusclub BL-Team vs. TK Kurhaus Lambertz Aachen, HTC Blau-Weiß Krefeld e.V. vs. TV Reutlingen und das Topspiel TK GW Mannheim vs. GERRY WEBER-Team BW Halle.

weiterlesen ...

Mit Emotionen zurück in die Erfolgsspur

Am 8. Juli startet die neue Bundesligasaison der Tennisherren. Kurz vor dem Start der Liga sprachen wir mit den Teamchefs der Vereine über ihre Erwartungen, ihre Meisterschaftsfavoriten und um die heißen Duelle gegeneinander. Im dritten Teil der Serie kommt heute die Teamchefin vom Kölner THC Stadion RW, Sussan Karimi, zu Wort.

 

Frau Karimi, am Ende des letzten Jahr sprachen wir miteinander. Damals stand gerade fest, dass der Hauptsponsor aufhört und viele Probleme auf Sie warteten? Was ist seit dem passiert?

Karimi: Wir haben den Betrag durch mehrere Kleinsponsoren aufgefangen. Aber die Sponsorenakquise ist schwierig. Es fehlen die Übertragungszeiten im TV um die Liga für Sponsoren attraktiver zu machen.

 

Mit welcher Strategie konnten Sie die passenden Partner finden?

Karimi: Im Grunde muss man emotional die regionale Schiene bedienen. Die Kölner sind emotional aufzufangen. Beim FC (1.FC Köln, Anm. d. Red.), als sie erfolgreich waren, war die Hütte nur halb voll. Jetzt ist sie immer ausverkauft. Um einen großen Sponsor zu bekommen, zählen nur harte Fakten. Man muss schauen, dass viele kleinere Sponsoren gewonnen werden. Oftmals war es ein „Gefallens-Sponsoring“. Das muss man einfach wissen. Man ist vom DTB abhängig, aber der Verband tut nichts. In allen Entscheidungen wird man geblockt. Es ist eine komische Struktur. Als Head of Men`s Tennis könnte sich Boris Becker auch um die Bundesliga kümmern. Da ist null Interesse vorhanden. Ich werfe es nicht Herrn Becker, sondern dem DTB vor. So sind zum Beispiel Struff und Pütz Kinder der Bundesliga. Wir bieten eine Bühne für jüngere Spieler. Altmaier oder Hanfmann haben so viel Selbstbewusstsein in der Liga gewonnen und konnten dieses dann es auf der Tour umsetzen.

 

Die Lösung könnte eine Ausgliederung der Liga sein, die der Weinheimer Teamchef Frank Wintermantel wissenschaftlich untersucht hat (Die Ergebnisse finden Sie in der Juli-Ausgabe der Deutschen Tennis Zeitung, Anm. d. Red.). Für Sie eine denkbare Lösung?

Karimi: Die Idee der Ausgliederung wird jedes Jahr besprochen. Das Problem der Ausgliederung ist das man ein Konstrukt von vier bis fünf Vereinen in der Liga hat, die mit Sicherheit sagen können, dass sie nächstes Jahr dabei sind. Man steigt nicht in eine GmbH ein, wenn man nicht weiß ob man noch im nächsten Jahr in der Gemeinschaft ist. Für viele Vereine ist dies schwierig, gerade für Aufsteiger. Das Loch zwischen 1 und 2 Liga ist zu groß. Die Qualität in der ersten Liga war 2017 extrem hoch. Wir haben mit einer guten Mannschaft gespielt und es war ein harter Abstiegskampf. Selbiges gilt für Gladbach. Erst Meister dann Abstiegskampf.

 

Mit Adam Pavlasek wurde unter anderem noch ein guter Spieler geholt. Was ist von ihm zu erwarten?

Karimi: Wir sind Freunde von Kontinuität. Daher hat sich nicht viel im Kader geändert. Unser Kader war zu klein, weil wir zu viele Verletzte hatten. Wir haben nach Spielern geschaut, die sehr gut im Doppel spielen können. Pavlasek ist guter Einzel- und Doppelspieler. Er ist im Ranking durch eine Verletzung abgerutscht (derzeit Rang 185). Er passt ins Team und Düsseldorf wollte ihn nicht mehr.

Man gewinnt nicht mit den Topleuten. Man muss auch hinten die Topteams haben. Wir haben so oft Spiele im Doppel verloren. Es war so eng im Vorjahr. Die Spieler sind zu Beginn der Bundesliga körperlich schon so kaputt. Man weiß nicht, wie viele Verletzte es gibt. Es gibt kaum noch fitte Spieler, die nichts haben. So einen Spieler wie Federer kann sich keiner leisten. Benoit (Paire, Anm. Red.) hat Dauerprobleme mit dem Rücken, Oscar (Otte, Anm. d. Red.) zwickt es im Rücken. Bei den Australian Open konnte man schon sehen, dass viele Spieler verletzt waren und das gerade zu Beginn der Saison. Dort ist ein großer Wandel in den letzten Jahren geschehen.

 

Speziell Fognini und Seppi zeigten zuletzt im Davis Cup ihre Klasse, Paire ist einer der Aufsteiger des Vorjahres. Wie oft werden wir diese Topleute für den Verein antreten sehen?

Karimi: Seppi hätte mehr Spiele gemacht, wenn er nicht vier Wochen wegen Hüfte aussetzen hätte müssen. Drei Spiele wird er machen. Benoit (Paire, Anm. d. Red.) wohl auch. Paire kann auch ein Enfant terrible sein. Deswegen liebt er den Mannschaftswettbewerb. Da kann er so sein, wie er ist. Er will immer spielen, wenn er kann. Er macht es nicht des Geldes wegen. Über die paar Kröten, die er bei uns kriegt, lacht er sich kaputt. Diesen Topspielern  geht es nicht ums Geld. Die kriegen bei jedem Turnier mehr als bei uns. Für Fogini gilt das selbe. Die Identifikation zum Club ist absolut da. Wir schauen genau wen wir holen. Ein Spieler kann den Teamspirit verändern. Bei wenig Geld muss man schauen, dass sich die Spieler emotional verpflichtet fühlen. Wenn Sie keine Beziehung zum Verein haben, dann hängen sie sich nicht so rein.

 

Mit was für einem Saisonverlauf rechnen Sie?

Karimi: Wenn unser Team so spielt wie ich es mir denke, können wir oben mitspielen. Aber auch der Abstieg ist möglich.

 

Wer sind ihre Favoriten auf den Titel?

Karimi: Meine Favoriten sind Mannheim und Halle. Mannheim hat die Deutschen Spieler Brand, Kern usw. Wenn andere nicht können, dann sind die da. Mit Marterer sehe ich sie um die Meisterschaft spielen. Halle ist sowie stark. Sie haben Top-Doppelspieler.

 

Morgen geht es zum Meister von 2016. Mit Teamchef Hendrik Schmidt sprachen wir über die Erwartungen, Zuschauerrekorde, ein aufsteigendes Nachwuchstalent und Philipp Kohlschreiber.

 

Zum Nachlesen:

TV Reutlingen: https://www.tennis-zeitung.com/index.php/component/k2/item/581-sehen-uns-als-underdog

TC BW Neuss: https://www.tennis-zeitung.com/index.php/component/k2/item/583-die-rueckkehr-des-rekordmeisters

weiterlesen ...

Der Angriff der Unberechenbaren

Im dritten Teil unserer Interviewserie geht es diesmal zu Rot-Weiss Köln. Für einige der Bundesligateamchefs könnte der Club vom Rhein, das Überraschungsteam der Saison werden. Teamchefin Sussan Karimi verrät unter anderem im Interview, warum ihr die Rolle als große Unbekannte liegt und mit welchen Problemen ihr Verein derzeit kämpft.

 

Frau Karimi, ihr Teamchefkollege Thorsten Liebich (TC BW Halle) sagte zu ihrem Klub folgendes: „Köln ist eine tolle bunte Truppe, die niemand richtig einschätzen kann. Wenn die einen Lauf kriegen können sie viele überraschen.“ Was kann die Liga da für eine Truppe erwarten?

Karimi: Wenn wir alle immer einsetzen könnten und die finanziellen Möglichkeiten der großen Vereine hätten, dann könnten wir um denn Titel mitspielen. So ist es nicht berechenbar. Das Abschneiden hängt davon ab, wie die Spieler auf den Turnieren abschneiden. Selbst das Wetter hat uns schon einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da gibt es so viele Faktoren die dort entscheidend sein können.  In unserer ersten Saison lief alles für uns. In der Zweiten dann alles gegen uns. Wir setzen jetzt auf Kontinuität. Jeder Spieler braucht seine Zeit. Letztes Jahr hatte Andres Seppi nach seinem ersten Spiel für unseren Verein gesagt: „Das war mehr Druck als im Davis-Cup!“ Äußerlich wirken die Spieler ruhig und professionell. Aber ein neuer Verein ist für jeden eine neue Herausforderung.

Mit Fabio Fogini hat sich ihr Verein noch einen absoluten Topspieler gesichert! Welche Erwartungen haben sie an den italienischen Topspieler?

Karimi: Er ist ganz schwer einschätzbar. Er ist gerade Vater geworden und dadurch ist es schwer ihn zu kriegen. Er ist ein sehr emotioneller Spieler. In Kombi mit Seppi passt schon. Mit seinem Freund Andreas (Seppi – Anm. Red.) zu spielen ist für ihn wichtig. Es wird sicherlich interessant. Henrik Schmidt (Teamchef Gladbacher HTC) hat jüngst gesagt, „wir werden die Adrenalin-Hochburg Köln.“

Geht der Blick trotzdem in Richtung gesichertes Mittelfeld oder gar Abstiegskampf? Oder sehen Sie sich als der Geheimtipp auf den Titel?

Karimi: Die Liga ist eine Finanzliga. Wer Geld hat, spielt oben mit. Hätten wir einen weiteren Sponsor, dann könnten wir oben mitspielen. Wenn man sich die Line-Ups (Setzliste der Teams – Anm. Red.) der Teams ansieht, muss man sagen: Jeder kann jeden schlagen. Wir stellen nicht nach Gegner auf. Wir schauen wer kann. Die anderen Teams haben uns nicht auf dem Schirm. Aber ich bin gerne unterschätzt. Unser Ziel ist gesicherter Mittelfeldplatz.

Ich glaube, die Liga hat einen neuen Sprung nach oben gemacht. Letztes Jahr hatten wir ein Team wie Blau-Weiß Neuss in der Liga. Da habe ich mich gefragt, warum Spielen sie in der Liga. Der Verein wirkte nicht so homogen. Da kann man ein Projekt schwer stemmen, wenn es intern nicht stimmt. Alle Teams in dieser Saison stehen vollkommen hinter ihrem Klub. Dann macht das alles auch Spaß.

Dieses Jahr hat man vier Heim- und vier Auswärtsspiele sowie ein Spiel Pause. Ist es für ihren Club ein Vorteil?
Karimi: Es ist auf jeden Fall besser. Das ist auch kostenmäßig wichtig, da auch die Fahrtkosten nicht zu unterschätzen sind. Tennis ist auf dem aufsteigenden Ast. Für Vereine ist es trotzdem schwer Sponsoren zu finden. Gerade in Köln. Köln ist der FC (Fußballbundesligist 1.FC Köln – Anm. Red.). Selbst der KFC (Kölner Haie [Eishockey Bundesliga]– Anm. Redaktion) hat Probleme Sponsoren zu finden. Die Spielplaneinteilung ist so klasse.

Zum Auftakt hat man gleich ein Heimspiel! Ist dies in großer Vorteil, da das Spiel gegen Halle gleich richtig schwer wird?

Karimi: Wir schauen nicht nach dem Gegner. Wir schauen nur auf uns. Da ist es egal wer kommt. Wir können gegen jeden gewinnen und verlieren. Gegen Halle haben wir in der Bundesliga bislang noch nicht gewonnen. Selbst wenn Sie mit einem starken Team kommen, ist es zumindest für die Zuschauer eine tolle Geschichte.

Wer wird ihrer Meinung nach um den Meistertitel spielen?

Karimi: Mannheim, Halle und Kurhaus Aachen. Düsseldorf würde ich es dieses Jahr gönnen. Ich mag Detlef Irmler sehr und bewundere mit wie viel Herzblut er seine Arbeit im Verein macht.


Morgen sind wir beim Tabellensechsten der Vorsaison, dem HTC Blau-Weiß Krefeld. Im Interview sprach Teamchef Olaf Merkel über das geänderte Anspruchsdenken, die Sandplatzcracks des HTC und das Auftaktspiel gegen Gladbach.

weiterlesen ...
Diesen RSS-Feed abonnieren

Tennis-Reisen

Login or Register

Davis Property Management