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Punkteteilung im Spitzenspiel - Die Highlights des 3. Bundesliga-Spieltags

Wir zeigen in Kooperation mit Sportdeutschland.tv die Tennis-Point-Bundesliga live. Per Livestream werden fast alle Spiele der Liga übertragen. Zudem gibt es Zusammenfassungen der Partien. Heute ab 10 Uhr mit den Spielen: Badwerk Gladbacher HTC vs. fläsh TC Weinheim 1902,  Allpresan Rochusclub BL-Team vs. TK Kurhaus Lambertz Aachen, HTC Blau-Weiß Krefeld e.V. vs. TV Reutlingen und das Topspiel TK GW Mannheim vs. GERRY WEBER-Team BW Halle.

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Wie das kleine gallische Dorf

Am Sonntag startet die neue Bundesligasaison der Tennisherren. Kurz vor dem Start der Liga sprachen wir mit den Teamchefs der Vereine über ihre Erwartungen, ihre Meisterschaftsfavoriten und um die heißen Duelle gegeneinander. Im fünften Teil der Serie geht es zum Überraschungsteam des Vorjahres. Mit Frank Wintermantel, Teamchef von TC Weinheim, sprachen wir über Vorbildrollen, Neuzugänge und die Rolle des Überraschungsteam.

 

Herr Wintermantel, in der letzten Saison stand Weinheim metaphorisch für das kleine gallische Dorf, das die großen Vereine ärgert. Es schien als hat Ihnen diese Rolle sichtlich Spaß gemacht?

Wintermantel: Ja, natürlich. Die Rolle machte uns Spaß. Vor allem da es so gut lief. Wir hatten vier Punkte nach zwei Spieltagen. Nach drei Spieltagen sogar den sicheren Klassenerhalt und konnten frei aufspielen und genießen. Die Rolle nehmen wir auch gerne dieses Jahr wieder ein. In der Breite sind wir noch stärker aufgestellt. Wir müssen dieses Jahr noch mehr kämpfen. Wir haben im letzten Jahr bei zwei Spielen gerade mal eine Mannschaft zusammenbekommen. Zudem wussten viele Gegner nicht, was auf sie kommt.

 

In Reutlingen und Neuss hat man einstimmig gesagt, dass Weinheim das Vorbild ist, welches man sich als Aufsteiger nehmen kann. Freut das einen?

Wintermantel: Natürlich freut es einen. Wir haben im letzten Jahr nicht so viel verkehrt gemacht. Die Zuschauer waren sehr angetan. Wir haben nur positives Feedback bekommen. Das Highlight war Mannheim, wo fast alles gut lief. Das 3:3 hat uns so viel Aufmerksamkeit gebracht. Das war sehr gut. Es stimmt einfach bei uns.

 

Unterschätzen wird Sie sicherlich keiner mehr. Gilt für Weinheim der alte Spruch, das zweite Jahr ist immer das Schwerste?

Wintermantel: Es wird auf jeden Fall schwerer, da es zwei Absteiger gibt. Das ist auch Glücksache, wer beim Gegner spielt. Wir haben eine gute Mannschaft. John Millman hat in diesem Jahr sein erstes ATP-Turnier gewonnen. Mit Hanfmann und Casper sind wir gut aufgestellt. Viele Spieler zeigen zudem eine aufsteigende Form.

 

Haben die Erfolge der Vorsaison geholfen Neuzugänge, wie Thomas Fabbiano und Casper Ruud, nach Weinheim zu holen?

Wintermantel: Thomas kenne ich schon seit Jugendzeiten. In Verbindung mit Luca (Vanni; Anm. d. Red.) war es schnell relativ klar, dass er kommt. Bei Casper hat der Vater lange Bundesliga gespielt. Yannick Hanfmann hat sein Übrigens zum Wechsel dazugetan. Wir sind stolz darüber einen angehenden Topmann zu bekommen.

 

Was können die Fans von den beiden Neuen erwarten?

Wintermantel: Casper hat diese Saison gut gespielt, nachdem er am Ende 2017 eine kleine Durststrecke hatte. Thomas ist ein guter Grundlinienspieler und hat schnelle kurze Beine. Sie werden auf jeden Fall beide für uns spielen.

 

Einer der mit Sicherheit noch stärker in den Fokus rücken wird, ist Yannick Hanfmann, der zuletzt immer besser in Form kam. Was erwarten Sie von ihm?

Wintelmantel: Wir haben uns mitgefreut, über seinen Finaleinzug in Gstaad. Zudem hat er in München ganz gut gespielt. In den nächsten Monaten wird Yannick noch besser spielen und unter die Top 100 kommen. Vor der Rasensaison wird er noch gute Ergebnisse machen, da bin ich mir sicher. Yannik fühlt sich hier wohl und will immer spielen.

 

Wer sind ihrer Meinung nach die Meisterschaftsfavoriten? Wer das Überraschungsteam?

Wintermantel: Die üblichen Verdächtigen. Gladbach wird sich nicht die Blöße geben. Die Meldeliste ist gut. Gladbach, Halle, Mannheim. Gladbach und Halle sehe ich sogar einen Tick im Vorteil. Es wird diese Saison noch schwieriger. Baumann (Moritz; Anm. d. Red.) und ich haben letztes Jahr viel gepunktet. Wir wissen nicht, wie wir dieses Jahr reinkommen. Vom Gefühl kommt Benny Becker dieses Jahr zum Einsatz. Letztes Jahr war, nach dem Karriereende, hat er World Tennis in den USA gespielt. Er steht für die College-Tennis-Historie des TC Weinheim. Mit Hanfmann, Doumbia, Hernandez hatten wir schon drei und jetzt kommt Benni noch obendrauf.

 

Morgen geht es weiter mit dem Traditionsclub aus Düsseldorf. Mit Teamchef Detlev Irmler sprachen wir über die Familie Zverev, Sponsorendeals und die schwierige Nachfolgersuche

 

Zum Nachlesen:

TV Reutlingen: https://www.tennis-zeitung.com/index.php/component/k2/item/581-sehen-uns-als-underdog

TC BW Neuss: https://www.tennis-zeitung.com/index.php/component/k2/item/583-die-rueckkehr-des-rekordmeisters

THC Stadion RW Köln: https://www.tennis-zeitung.com/index.php/component/k2/item/584-mit-emotionen-zurueck-in-die-erfolgsspur

Gladbacher HTC: https://www.tennis-zeitung.com/index.php/component/k2/item/585-mit-topkader-in-den-meisterschaftskampf

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Der rebellische Aufsteiger

Zum Start unserer Interviewreihe schauen wir auf den Aufsteiger des TC Weinheim. Im DTZ-Interview verrät Teamchef Frank Wintermantel warum die Tennisanlage an der Bergstraße wieder zur Festung werden soll und was den Weinheimer Teamspirit so besonders macht.

 

Herr Wintermantel, wie groß ist die Vorfreude vor der ersten Erstligasaison bei Ihnen und im Verein?

Wintermantel: Die Vorfreude ist extrem groß. Da ich selber noch spiele, bin ich nah am Team dran. Die meisten von uns haben noch nie in der ersten Liga gespielt. Das wird ein Highlight. Vor vier Jahren haben wir noch in der Regionalliga gespielt.

Der Respekt der Konkurrenz ist gewaltig! Wollen sie den etablierten Teams das Fürchten lehren?

Wintermantel: Das Gefühl habe ich auch und es freut uns natürlich, das wir mit Respekt wahrgenommen werden. Die Meldeliste sagt nicht so viel aus. Sie haben gemerkt, das wir auch letztes Jahr auf dem Papier nicht der Favorit waren. Gerade zuhause haben wir mit unserem Zusammenhalt einiges bewegt. (Letztes Jahr war der TCW zu Hause eine Macht! In der 2.Bundesliga gewann man alle vier Heimspiele und siegte dreimal mit 6:3- Anm. Red.)  Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Wir wollen nicht nur ein Jahr in der Liga sein, sondern die Klasse halten, dazulernen und im zweiten oder dritten Jahr diese Dinge dann besser machen.

Könnte die Tennisanlage an der Bergstraße die uneinnehmbare Festung wie im Vorjahr werden?

Wintermantel: Uneinnehmbar wäre zu hoch gegriffen, da wir mit Gladbach und Halle zwei starke Gegner haben und auch um die Qualität Aachens und Krefelds wissen. Wir wollen die nötigen Siege daheim holen. Es haben einige letztes Jahr erfahren, das wir uns auf der Anlage wohlfühlen und die Stimmung sehr gut ist. Der Spielplan gibt einiges her. Man weiß zum Beispiel nicht, wie Krefeld am Ende der Saison aufstellt.

Ist es als Aufsteiger in diesem Jahr noch schwieriger geworden sich in der Liga zu halten, da alle Bundesligsten mit Topteams aufwarten?

Wintermantel: Wir gehen mit Euphorie ins erste Heimspiel gegen Aachen. Womöglich ist dies schon ein Schlüsselspiel. Wir müssen schauen wer in der zweiten Woche verfügbar ist. Sicherlich wird dann auch etwas Glück nötig sein. An einem Spieltag können viele Dinge zusammen kommen. Man muss es einfach abwerten.

Mit Bedene, Millmann, Vanni stehen gleich drei erfahrene Recken auf der Setzliste auf den Positionen eins bis drei. Soll diese Turnier- und Ligaerfahrung der Schlüssel zum Erfolg sein? 

Wintermantel: Bis auf Aljaz Bedene hatte ich persönlichen Kontakt zu den Jungs. Ich weiß genau wie unsere Spieler ticken und merke schnell, ob sie Bock auf den Verein haben. Als Teammanager und Spieler bin ich nah am Team dran. So haben wir beispielsweise einige junge College-Spieler in den letzten Jahren geholt. Für uns ist nicht entscheidend ob ein Spieler auf 30 oder 300 steht, wir werden als Team kämpfen und hundert Prozent geben. In den letzten Jahren sind wir in fast allen Fällen gut damit gefahren.

 Wie muss man sich diesen Teamspirit vorstellen?

Wintermantel: Wir deutsche Spieler sind auch privat miteinander befreundet. Ich bin seit neun Jahren hier im Club. Wir alle haben die ganze Entwicklung von Anfang an miterlebt. Der Aufstieg aus der Regionalliga war schon extrem aufregend. Wir haben uns als Team in den letzten Jahren extrem gesteigert. Dabei waren wir auch kein Team, wo ein Sponsor uns Geld für Topspieler gegeben hat, wie es bei anderen Vereinen üblich ist. Wir haben es quasi selbst ermöglicht und mit unseren Möglichkeiten geschafft.

In dieser Spielzeit wird es nur einen Absteiger geben! Ist es ein Vorteil für ihr Team?

Wintermantel: Wir sehen die Ligazusammensetzung als Vor- und Nachteil. Der Vorteil ist, dass wir die Topleute bei uns auf der Anlage sehen werden. Wir können damit Werbung machen und die Zuschauer auf unsere Anlage holen. Sportlich kann es auch ein Nachteil werden. Die Mannschaften müssen auch alle an Bord haben. Wer weiß, was die Gegner gerade gegen Ende machen. Da könnte unsere Chance liegen. Wir müssen am Saisonende ein Team hinter uns lassen!

Wer ist ihr Favorit auf die Meisterschaft?

Wintermantel: Die Krefelder haben eine extrem gute Mannschaft. Ich sehe auch Gladbach wieder ganz vorne. Aber auch Halle und Kurhaus Aachen könnten es dieses Jahr schaffen. Unser Nachbar aus Mannheim ist natürlich auch immer im Kreis der Favoriten. Es muss für den Meister am Ende einfach viel gepasst haben und das Quäntchen Glück dazukommen.


 

Morgen blicken wir zum TK Blau-Weiss Aachen. Teamchef Marc Zander erläutert, warum der Abstiegskampf in diesem Jahr noch spannender wird. Alle weiteren Informationen rund um den Bundesligastart mit allen Kadern finden Sie in der neuen Ausgabe der Deutschen Tennis Zeitung 06/17. 

 

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