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Tipps zum Kauf von Rackets für Kinder und Jugendliche

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Lars Lauke Lars Lauke

Lars Laucke: „Die Länge des Schlägers ist entscheidend“

Worauf kommt es beim Schlägerkauf für Kinder und Jugendliche besonders an? Dazu haben wir DTZ-Cheftester Lars Laucke befragt und ihn um Tipps für die Auswahl gebeten. Er empfiehlt unbedingt, auf passendes Material zu achten. Ansonsten leiden der Lernerfolg, der Spaß am Spiel und schlimmstenfalls die Gesundheit.

Herr Laucke, welche verschiedenen Arten von Kinder- oder Jugendschlägern gibt es? Wodurch unterscheiden sie sich und für welche Altersklassen sind sie geeignet?

Lars Laucke: Das erste wichtige Kriterium für Kinder- und Jugendschläger ist das Gewicht, sie sind natürlich deutlich leichter als Schläger für Erwachsene.

Der zweite Punkte ist das Material. Die ganz kurzen Schläger für die Kleinsten sind in der Regel aus Aluminium. Das reicht für die ersten Schritte auf dem Kleinfeld und teilweise auch auf dem Midcourt völlig aus. Diese Rahmen sind zwar im Vergleich zu Graphiteschlägern sehr weich und würden mit herkömmlichen Bällen ziemlich vibrieren. Da aber heutzutage im Kinderbereich eigentlich ausschließlich mit den weicheren Methodikbällen gespielt wird (zumindest sollte dies so sein), macht das nichts aus. Ein wenig härter und komfortabler sind die sogenannten Composite-Rahmen. Diese sind ebenfalls aus Aluminium, haben aber im Schaft- und Herzbereich Verstärkungen aus Graphite oder Fiberglas. Auch diese sind für Kleinfeld und Midcourt absolut geeignet. Sobald ein Kind schon einen großen Teil der Zeit auf dem normalen Feld spielt, sollte man meiner Meinung nach auf einen reinen Graphiterahmen wechseln. Diese gibt es auch schon als Junior-Versionen, die eben etwas kürzer sind als Schläger für Erwachsene.

Dann wäre da natürlich noch die Länge. Die sollte der Größe, der Statur und dem Können des Kindes angepasst sein. Ich halte nicht sonderlich viel von Altersangaben, weil das Alter nur wenig über Größe und Statur des Kindes aussagt. Wichtig ist, dass das Kind den Schläger problemlos bewegen kann. Wenn der Rahmen häufig auf dem Boden schleifen gelassen wird oder der Schlägerkopf dem Armschwung häufig erst mit deutlicher Verzögerung folgt, ist das ein Zeichen dafür, dass der Schläger zu lang und zu schwer ist. Kann das Kind mit dem Racket umherfuchteln wie mit einem Tischtennisschläger, dann ist der Schläger vermutlich zu kurz.

Eine immer wichtigere Kategorie von Schlägern sind Rackets in „normaler“ Länge (also 68,5 cm), die aber aufgrund des niedrigen Gewichts (im Bereich um 250g unbesaitet) vor allem für Kinder und Jugendliche geeignet sind, die ihren ersten „großen“ Schläger bekommen. Dieser Schritt wird meines Erachtens spätestens dann notwendig, wenn das Kind überwiegend auf dem Großfeld spielt. Meine Meinung ist: Wer auf dem großen Feld spielen kann, der kann auch einen Schläger in Standardlänge bewegen – aber eben mit entsprechend niedrigerem Gewicht.

Worauf sollten Eltern beim Kauf von Kinder-Schlägern achten?

Lars Laucke: In erster Linie eben, dass die Länge stimmt. Das Gewicht passt dann automatisch, weil es eigentlich keine Schläger in Junior- und Kinder-Längen gibt, die zu schwer sind. Wenn es dann der erste Schläger in Standardlänge ist, sollte man bedenken, dass man hier nicht in den Bereich der Komfortschläger „abdriftet“. Ich würde eine Schlägerkopfgröße von 98 bis 100, maximal 102 sqin und eine Rahmenbreite von 20 bis 25 mm empfehlen. Alles darüber macht es den Kindern zu leicht und ist meines Erachtens für das Erlernen einer sauberen Technik eher hinderlich.

Inwiefern spielen Bespannung und Griffstärke des Schlägers eine Rolle?

Lars Laucke: Bei den expliziten Kinderschlägern ist die Werksbespannung in der Regel völlig in Ordnung, und bei der Griffstärke gibt es meist gar keine Auswahlmöglichkeit. Ich habe es eigentlich noch nie erlebt, dass ein Kind einen Juniorschläger in der Hand hatte und der Griff zu dick war, eher umgekehrt. Dann war aber meist auch ein größerer Schläger nötig.

Bei den erwähnten Schlägern in Standardlänge sollte man schon auf eine ordentliche und vor allem nicht zu harte Bespannung achten. Insbesondere, wenn ab der U12 nicht mehr mit den weicheren Methodikbällen gespielt wird, spielt dies eine wichtige Rolle. Ich würde auf jeden Fall eher zu multifilen oder Nylonsaiten raten. Monofile Saiten (die sogenannten „Polys“) sind bei Kids mit Vorsicht zu genießen. Ein Tipp: Auch wenn die Saite nicht gerissen ist, sollte man seinem Sprössling zumindest zweimal im Jahr eine neue Bespannung gönnen. Und was die Griffstärke betrifft: Natürlich sollte der Griff nicht zu dick sein, aber eben auch nicht zu dünn. Es gibt hier verschiedene Faustregeln, die in meinen Augen alle nur bedingt tauglich sind. Meine Devise ist: Man muss verschiedene Griffstärken probieren und dann entscheiden, womit man sich wohl fühlt. Das gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene.

Welche Folgen kann ein ungeeigneter Schläger für das Kind haben?

Lars Laucke: Das kann dazu führen, dass der Lernerfolg ausbleibt oder gebremst wird und das Kind dann vielleicht die Lust verliert. Man darf nicht vergessen, dass Tennis eine der technisch anspruchsvollsten Sportarten ist. Es dauert meist eh schon eine Weile, bis eine gewisse Spielfähigkeit erreicht ist. Wenn man dann auch noch ungeeignetes Material hat, wird das Ganze zusätzlich erschwert. Und im schlimmsten Fall kann das falsche Material zu Überlastungen von Muskeln, Sehnen und Gelenken führen, was bei Kindern natürlich noch kritischer ist als bei Erwachsenen.

Herr Laucke, herzlichen Dank für das Gespräch und die praktischen Tipps.

 

Ein Beitrag aus der Schwerpunkt-Ausgabe „Kinder – Jugend - Familie“ (06/2014) der DTZ – Deutsche Tennis Zeitung.

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Letzte Änderung amDienstag, 02 Dezember 2014 11:24

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